Man muss eine Legende nicht glauben, um sie zu lieben.

 

Kaum eine andere Rasse ist von einer ähnlich rätselhaften, bezaubernden Aura umgeben wie die Heilige Birma. Durch die Legende kommt man bestimmt nicht auf den Ursprung der Rasse, aber kennen darf man sie trotzdem.

 

Vor Jahrhunderten lebten in den Tempeln von Burma buddhistische Mönche. Sie hielten sich reinweiße Katzen mit goldgelben Augen und verehrten die Tiere sehr, da sie als Träger des Geistes der verstorbenen Priester galten. Die Mönche glaubten, dass ihre Seele nach dem Verlassen der sterblichen Hülle in einer katzenartigen Gestalt nochmals leben dürfe. sie verehrten daher auch die Göttin Tsum-Kyan-Kse, welche durch eine goldene Statue mit glühenden Saphiraugen dargestellt wurde und für die Seelenwanderung verantwortlich war. Der Hohe Priester Mun-Ha widmete jeden Abend im Tempel von Lao-Tsun einen Gottesdienst dieser Göttin und stets begleitete ihn sein treuer Gefährte Sinh, eine der über hundert heiligen Tempelkatzen. Eines Tages wurde der Tempel von Räubern überfallen und der Priester Mun-Ha wurde verletzt und lag im Sterben. Sinh aber stellte sich auf seinen Herrn und hielt sieben Tage lang Totenwache und starrte auf die Statue der Göttin. Am siebten Tag trag eine wundersame Verwandlung ein, und Sinhs weißes Fell bekam einen goldenen Schimmer, sein Gesicht, seine Beine und der Schwanz dunkelten in der Farbe der Erde. Seine gelben Augen wechselten in ein tiefes Saphirblau. Die Pfoten aber blieben reinweiß, als ein Symbol von Mun-Has reinem Geist. Am nächsten Morgen waren alle Tempelkatzen gleich gefärbt.

 

Entstehung: Die erste Erzählung beginnt 1919, als ein Paar Heilige-Birma-Katzen Frankreich erreichte. Gleich zwei Berichte schildern die Ankunft der ersten Birmakatzen in Frankreich, aber keine ist zuverlässig dokumentiert. Der erste Bericht erzählt, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Tempel in Lao-Tsun überfallen wurde und dass zwei Abendländer während der Belagerung den Priestern geholfen hatten, den Tempel und die Katzen zu verteidigen. Sie kamen auch nach Tibet und einige Katzen wechselten ihren Standort. Als Auguste Pavie und Mahor Gordon Russell nach Frankreich zurückkehrten, bekamen sie von den dankbaren Mönchen ein Paar Heilige-Birma-Katzen. Die zweite Erzählung ist etwas kürzer und sagt, dass ein Mann namens Vanderbilt von einem ungläubigen Diener ein Paar Heilige-Birma-Katzen abkaufte. In beiden Berichten wird erzählt, dass die männliche Katze Maldapour während der Reise starb, das Weibchen Sita aber durch in gedeckt worden war. Dann wären die Nachkommen von Maldapour und Sita der Grundstock der europäischen Birmazucht, wenn da nicht noch eine dritte Version existierte. Sie erzählt, dass keines der Jungtiere überlebt hat und dass die Stammtiere Orloff und Xenia de KaaBaa heißen sollen. Die Entstehungsgeschichte der Birmas ist also äußerst geheimnisvoll.

Nachweisen kann man, dass die Rasse in Frankreich schon 1925 anerkannt worden ist der erste Standard geschrieben wurde. Während der folgenden zehn Jahre blühte die Zucht. In den 30-er Jahren wurden auch in Deutschland Birmakatzen gezüchtet. Dann brachte der Zweite Weltkrieg für diese Rasse beinahe das Aus. Es musste mit anderen Rassen eingekreuzt werden. 1955 war die Birma wieder stabilisiert. In den 70-er Jahren war man bei der Züchterarbeit für neue Farben. Bis dahin kannte man die Birmakatze vorwiegend als Seal-Point, ab und zu tauchten auch schon Blue-Points auf. In England kamen die ersten chocolate- und lilac-point Birmas und fanden allgemein großen Anklang.